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Presse

Ein Platz in „Stuttgart für Kinder“

Die Stuttgarter Strolche kommen auch in und um Stuttgart gut an:
Wir freuen uns über die Empfehlung im Erfolgstitel „Stuttgart für Kinder“ für Kleine und Große in Stuttgart und der Region.

Mehr als Theater

Mit Tobias, 13 Jahre, bei den Stuttgarter Strolchen in S-Ost.

„Ich bin Käpt´n Sharky, der Schrecken der Meere!“, tönt es von der Bühne des Restaurants Theater Friedenau in Stuttgart-Ost. Es ist Samstagmorgen, zehn Uhr, die Proben der Stuttgarter Strolche sind in vollem Gange. Die leidenschaftliche Stimme gehört Tobias, der mit einem Säbel in der Hand und einem Piratenhut auf dem Kopf eindeutig als Käpt´n Sharky zu identifizieren ist.
Seltsam. Erinnert das Bühnenbild doch eindeutig an etwas ganz anderes: Sind das im Hintergrund nicht die Villa Kunterbunt, Kleiner Onkel und Herr Nilsson? Die Verwirrung lässt sich leicht auflösen: „Heute Nachmittag spielen wir Pippi Langstrumpf, aber jetzt proben wir für Käpt´n Sharky“, erklärt Tobias. Dass er dafür von jetzt auf gleich vom Piraten in die Rolle des Tommy schlüpfen muss, stört ihn aber nicht. Nach fast vier Jahren im Ensemble der Stuttgarter Strolche ist der Ablauf für den 13-jährigen längst Routine: Bevor sich die Kinder nachmittags in ihre Kostüme werfen und als Räuber Hotzenplotz, Pippi Langstrumpf oder eben Käpt´n Sharky die Bühne betreten, feilen sie am Morgen an der jeweiligen neuen Produktion.
Gegründet wurde die Kinder-Amateurtheatergruppe 2008 von Corinna Steinke und Ludwig Holzer. Die beiden Schauspieler erarbeiten mit Kindern zwischen sechs und vierzehn Jahren zwei Theaterstücke pro Jahr und erwecken Figuren aus bekannten Kinderbüchern zum Leben. Die Proben starten nach den Sommerferien, mitmachen kann „jeder, der schon etwas lesen kann“, so Steinke.
An seine Anfänge erinnert sich Tobias gut: „Nachdem ich Pippi Langstrumpf auf den sieben Meeren gesehen habe, wollte ich auch mitspielen.“ Bei der ersten Aufführung war die Aufregung ganz schön groß. Kein Wunder, im Saal haben immerhin bis zu 120 Zuschauer Platz. Im Laufe seiner Strolch-Karriere hat der aufgeweckte Junge gelernt, mit Lampenfieber umzugehen, schließlich stärkt das Theaterspielen nicht nur Aussprache und Rhetorik, sondern auch das Selbstbewusstsein: „Es braucht schon Mut, vor so vielen Leuten zu sprechen, aber mit der Zeit wird man immer mutiger“, sagt Tobias.
Das Theaterspielen macht ihm so großen Spaß, dass er sich sogar vorstellen kann, später Schauspieler oder Musicaldarsteller zu werden. Seine Begeisterung hat nicht zuletzt mit der kunterbunten Truppe zu tun, mit der er längst mehr als die wöchentlichen Proben und Aufführungen verbindet: „Für mich bedeuten die Stuttgarter Strolche Freundschaft, Familie und Spaß.“

Laura Walter

Stuttgarter Strolche, Restaurant Theater Friedenau, Rotenbergstr. 127, S-Ost


Stuttgart für Kinder, Ausgabe 2017/2018


Singende Piraten gewinnen neue Freunde
Stuttgart-Ost: Die Stuttgarter Strolche begeistern Jung und Alt bei ihrer Premiere
mit „Käpt´n Sharky“ in der Friedenau
(rw) - Zünftig mit blankem Säbel, Totenkopftuch und schwarzem Piratenbart war der vierjährige Noah mit seinem Papa aus Esslingen gekommen, denn er wollte Käpt´n Sharky auf der Bühne des Theater-Restaurants Friedenau sehen. Mit ihm warteten am Samstagnachmittag noch viele Vor- und Grundschulkinder ungeduldig im voll besetzten Theatersaal darauf, dass der Vorhang sich zur Premiere des neuen „Musicals“ der Stuttgarter Strolche öffnete. Anderthalb Stunden später sangen sie alle begeistert mit beim Piratensong „Freunde sind wichtig im Leben“. Wieder einmal hatten die „Strolche“ gezeigt, wie der Funke überspringt bei ihrem Theater von Kindern für Kinder, dem einzigen in Stuttgart. Das Feuerbacher Behindertenzentrum hatte der Truppe von Corinna Steinke und Ludwig Holzer ein verwegenes Piratenschiff gezimmert, das der 13jährige Tobias Schneider als „Käpt´n Sharky“ souverän befehligte. Aber er sang auch: „Als Käpt´n auf dem Meer hat man´s schwer“, wenn die Mannschaft statt „mach mit“ und „Taue straffen“ nur „Pomms Frites“ und „graue Affen“ versteht. Da lachte das Publikum natürlich genauso fröhlich wie später, als sich Michi (Louisa Gärtner, 12) mit einem Besenstiel gegen Sharkys Säbelhiebe zur Wehr setzte. Michi wandelte sich anschließend so unerschrocken und hilfsbereit vom Gefangenen zum Freund des Käpt´ns, dass dieser ihn nach Piratenschlacht und Marineaktion zu guter Letzt von der königlichen Gefängnisinsel rettete. Auch der Admiral der Rotröcke trug erheblich zur Unterhaltung bei, denn Holzer (der einzige Erwachsene im Spiel) forderte strenge „Orrdnung und Dissziplinn“, die er selber beim Reden aber so durcheinanderbrachte, dass es einfach zum Lachen war. Die Ausführung der admiralischen Anordnungen war Sache des langbeinigen Adjutanten (Johannes Knuplesch, 16), der immer wieder Probleme hatte – sowohl mit dem Sinn der Befehle seines Vorgesetzten als auch mit dem quirligen Käpt´n Milchzahn (Lasse Gärtner, 5), weil dieser freche Zwerg ihm respektlos durch die Beine witschte. Den Wechsel vom Entführer Michis im Auftrag des fiesen Piraten Bills zum Gefangenen des Admirals überstand Cleo Rilling (13), als Schnick-Schnack-Schnuckspielender Machete Piet. Aber wirklich jedes Problem meisterte Mark Rubinstein (13), der immer lächelnde PiRatte. Er sang von den vielfältigen Pflichten der Mannschaft und erledigte sie, wusste guten Rat, wo dieser nötig war, und stellte weise fest: „Angst darf man haben“ als der Käpt´n tat, als ginge er ohne Angst in die finstere Höhle auf der Gefängnisinsel. So gelang es den Piraten im Handumdrehen, alle Kinder im Publikum dauerhaft als Helfer und Freunde zu gewinnen – und die Eltern auch. Die nächsten Vorstellungen sind am 25. März und 1. April um 14.30 Uhr im Theater Restaurant Friedenau, Rotenbergstraße 127.
Die Stuttgarter Strolche bei Strolche bei ihrer Premiere von Käpt´n Sharky im Theater Restaurant Friedenau.
Als singende Piraten haben sie neue Freunde gewonnen. Foto: Wenzel

Cannstatter / Untertürkheimer Zeitung vom 22.03.2017


Theater von Kindern für Kinder
Stuttgart-Ost: Stuttgarter Strolche inszenieren „Pippi feiert Geburtstag“ und begeistern Groß und Klein
 
(rw) - „Pippi Langstrumpf gibt es nur einmal“ sangen Sophia Sorg (9), Fabian Rau (10) und Lisa Grund (11) am Sonntagnachmittag im Theatersaal der Friedenau und damit begann nicht nur die zweite Premiere des neuesten Stückes der Stuttgarter Strolche, sondern auch die Bühnenlaufbahn der jüngsten Mitglieder von Stuttgarts einmaligem „Theater von Kindern für Kinder“. Die kleinen Zuschauer ab drei Jahren und ihre älteren Begleiter warteten schon gespannt, bis es endlich dunkel wurde im Saal und der Vorhang aufging, damit sie die herrliche Villa Kunterbunt auf der Bühne sehen konnten. Natürlich streckte da auch Pippis Schimmel seinen Kopf aus dem Fenster, denn die Bühnenbaumeister vom Feuerbacher Behindertenzentrum kennen sich aus in Pippis Welt. Lisa hat die roten Zöpfe aufgesetzt und lässt sich als Pippi Karlotta von ihren Freunden Annika und Tommy erklären, wie man einen Brief schreibt, denn in die Schule will sie einfach nicht gehen, weil die zu langweilig ist. Schließlich kennt sie schon ganz viele Buchstaben und wenn sie mit komplizierten Worten wie „Zehen“ nicht klar kommt, nimmt sie einfach die Zahlen zu Hilfe und schreibt „10“. Es wurde zum Quietschen lustig, als sie den Brief an sich selbst dem Postboten in die Hand drückte, damit der ihn ihr anschließend zustellen konnte. Bei diesen Verrücktheiten machten Tommy und Annika ganz lieb mit und ließen die Zuschauer gleichzeitig merken, dass Schule doch etwas bringt. Aber es machte ihnen ganz klar Spaß, wenn Pippi mit ihnen auf große Fahrt ging, damit sie mit der Hoppetosse zusammen richtig Schiffbruch erleiden konnten. Doch als die Leute, die sie doch retten sollten, nicht kamen, machten sie ihr Boot selber wieder flott und ruderten in die Pause. Dann feierte Pippi Geburtstag, bekam eine Spieluhr und Annika eine Flöte, mit denen sie „herrlich grottenfalsch“ spielten, bevor sie auf dem Speicher nach Gespenstern suchten und dabei selber welche wurden. Das war auch gut so, denn dadurch konnten sie die beiden Ganoven Blom und Donner-Karlsson erschrecken. Der vierte Bühnenneuling, Laurenz Hein (9), und die spielerfahrene 13-jährige Amina vervollständigten jetzt die Fünfergruppe, die allein auf der Bühne stand, ohne dass man irgendwelche Erwachsenen vermisste. Deshalb konnte die fröhliche Schar am Schluss auch glaubhaft zu Pippis 70. Geburtstag verkünden: „Kindsein ist einfach wunderbar“ und: „Ich will niemals groß werden.“ Natürlich wissen alle, dass das nicht wirklich geht, aber ein Theaterspaß wie bei den Stuttgarter Strolchen lässt uns die gewohnte Realität immer wieder eine Weile lang ausblenden. Glücklicherweise gibt es Erwachsene wie Corinna Steinke und Ludwig Holzer, die es Jahr um Jahr aufs Neue verstehen, die Kinderaugen auf der Bühne und im Saal zum Strahlen zu bringen.

Die nächsten Vorstellungen von „Pippi feiert Geburtstag“ gibt es am 9.4., 16.4. und 23.4. um 14.30 Uhr in der Gaststätte Friedenau, Rotenbergstraße 170, Telefon 2626924.

Pippi Langstrumpf von Kindern für Kinder gespielt von den Stuttgarter Strolchen. Die Aufführung begeisterte Groß und Klein im Theater Restaurant Friedenau.
  Foto: Wenzel

Cannstatter / Untertürkheimer Zeitung vom 23.03.2016


Zauberhaftes Kindertheater
Stuttgart-Ost: Die „Stuftgarter Strolche“ begeistern mit dem „Zauberer von Oz“
 
(rw) - Wieder einmal ist es den „Stuttgarter Strolchen“ gelungen, mit einem Klassiker ihr kundiges Kinderpublikum ins Theater-Restaurant Friedenau zu locken und in eine magische Welt zu entführen. Das einzige Stuttgarter „Theater von Kindern für Kinder“ spielt seit März den „Zauberer von Oz“ als Musical, wie üblich wechselweise in zwei Besetzungen, weil ja alle Akteure hauptberuflich Schüler sind. Deshalb gab es am letzten Samstag schon die 2. Premiere. Nur die achtjährige Larissa Felber spielt und singt in beiden Gruppen die Rolle der kleinen Dorothy, die von einem Sturm mitsamt dem Haus ihrer Tante ins Land der Munchkins geweht wird und mit Hilfe des großen Zauberers von Oz wieder zurück nach Kansas finden möchte. Das steinerne Haus der Tante Em (gespielt von der fürsorglichen Lucy Perko) hatten die Kulissen-Baumeister aus dem Feuerbacher Behindertenzentrum extra stabil auf die Bühne gestellt. Da war es dann kein Wunder, dass von der bösen Hexe des Ostens nur noch die roten Schuhe übrig blieben, als das fliegende Gebäude samt Dorothy auf sie stürzte. Diesen Crash kommentierten die befreiten Zwerge mit dem ersten Jubelgesang („Die Hexe ist tot“) und Amina Muharemovic, als traumschön strahlende Fee, verhalf Dorothy zu dem magischen Schuhwerk. Also machte sich Dorothy hochhakig auf den gelben Ziegelsteinweg zur Smaragdstadt des Zauberers, schwang dabei kokett ihr blauweißes Röckchen und sang schelmisch ihr Wanderliedchen. Unterwegs fand sie drei Gefährten, die sich Hilfe vom Zauberer versprachen. Da war zuerst die strohköpfige Vogelscheuche: Julia Beierbach klagte so raffiniert über ihren fehlenden Verstand, dass es Freude machte, ihr hinterher zu denken. Larissa Fässler dagegen stöhnte zum Steinerweichen, denn sie war ein Blechmann mit quietschenden Gelenken, dem das Herz fehlte und Colin Höger, als hasenfüßiger Löwe, klammerte sich so glaubwürdig an seinen Schwanz, dass es geradewegs zum Erbarmen war. Nach einem Überfall der Hexe des Westens schlossen sich noch zwei übergelaufene Affen diesem Quartett an: die tapfer schniefende Cora Höger und die immer weise lächelnde Emely Fröhlich-Atkinson. So erreichte die Truppe das Tor zum Haus des Zauberers, aber statt sie einzulassen, verlangte dieser vorher die Vernichtung der Hexe des Ostens. Da wollten die anderen schon aufgeben, aber Larissa sang ihr mutmachendes „Somewhere over the rainbow“ so überzeugend, dass allen Zuhörern klar wurde, warum sie bei der Sat1-Fernseh-Show „The Voice Kids“ noch immer im Rennen ist. In der Friedenau aber war es dem Trio Corinna Steinke, Ludwig Holzer und Werner Johst wieder gelungen, ihre Kids für ein lebendiges Theaterspiel zu begeistern, das phantasievolle und spannende Unterhaltung bietet für Kinder von 5 bis 50 und Spielern wie Zuschauern Selbstvertrauen gibt, weil es sich zeigt, dass Jeder viel mehr kann, wenn er an seine eigenen Fähigkeiten glaubt. Die nächsten Vorstellungen gibt es am 26. April und 3. Mai um 14.30 Uhr im Theater-Restaurant Friedenau, Rotenbergstr. 127. Karten für die Aufführungen gibt es unter der Telefon-Nummer 509351.
Larissa und ihre Mitstreiterinnen bei den Strolchen begeisterten die Zuschauer
im Theater-Restaurant Friedenau mit dem „Zauberer von Oz“ Foto: Wenzel

Cannstatter Zeitung vom 09.04.2014


Räuber Hotzenplotz in der Stadtteilbibliothek
Stuttgart Feuerbach

Am 21.01.2013 eröffneten die Stuttgarter Strolche zum 50. Geburtstag von „Räuber Hotzenplotz“ die Hotzenplotz-Ausstellung in der Stadtteilbibliothek Stuttgart Feuerbach.

Zahlreiche Kinder stürmten die Bibliothek und konnten die Aufführung kaum erwarten. Noch nie seien so viele Kinder auf einmal in die Bücherei gekommen - so die Leiterin der Stadtteilbibliothek Stuttgart-Feuerbach, Frau Geißler-Howe.

Voller Spannung verfolgten die Kinder und Eltern die Aufführung und waren begeistert. Am Schluss gab es langanhaltenden Applaus.

Als kleines Bonbon konnten sich die Kinder noch mit Hotzenplotz, Kasper und Seppel fotografieren lassen.



Stuttgarter Strolche spielen „Das Dschungelbuch“
Stuttgart-Ost: Theater von Kindern für Kinder glänzt mit neuem Klassiker in der Friedenau
 
(rw) - Natürlich kann man Kiplings Dschungelbuch lesen oder Disneys Verfilmung auf DVD anschauen, aber noch mehr Spaß macht es, Mogli und seine Freunde leibhaftig auf der Bühne zu erleben, zum Beispiel samstags um halb drei im Theaterrestaurant Friedenau in der Rotenbergstraße 127. Dort gibt es Theater von Kindern für Kinder unter der Leitung von Corinna Steinke und Ludwig Holzer. Dieses Jahr spielen die Stuttgarter Strolche „Das Dschungelbuch“. Das gefällt vor allem den Zuschauern zwischen drei und acht Jahren. Am letzten Wochenende hatten drei Geburtstagskinder ihre Freunde zur Party mit Kuchen, Saft und Theater eingeladen und alle hatten viel Spaß. Sie halfen Mogli lautstark bei seiner Flucht vor Shir Khan und bei Balus Schlusslied von der Gemütlichkeit sang der ganze Saal fröhlich mit. Den 14 Schauspielern zwischen sieben und 13 Jahren und ihren drei erwachsenen Mitspielern war es schnell gelungen, den Funken der Begeisterung überspringen zu lassen. Baghira (Larissa Fässler), der schwarze Panther, erzählte eindringlich die Geschichte des Menschenkindes, das im Wolfsrudel aufwuchs. Danach versuchte der „bärige“ Holzer als Balu dem adoptierten Wolfskind das artgerechte Heulen beizubringen - und das Publikum half spontan mit. Alexandra Scheurer spielte den liebenswerten Mogli überzeugend als gelehrigen, einfühlsamen und pfiffigen Überlebenskünstler. Die anderen Dschungelbewohner zeigten gerne ihre Krallen, besonders Shir Khan auf der Jagd nach Mogli. Obendrein konnte Colin Höger im Raubtierfell sein Opfer geradezu furchterregend ansehen, während die bunt schillernde Schlange Kaa (Filipa König) mit ihrem verführerischen Lächeln und hypnotischen Blick nicht nur Mogli in ihren Bann zog. Baghira konnte Mogli gerade noch retten, aber dann kamen die drei Affen. Mit peppiger Musik lenkten Cora Höger, Elisa Kärger und Emily Atkinson den Jungen ab und schleppten ihn danach zu ihrem König Louis (Larissa Ferber). Dieser temperamentssprühende Kobold wollte das Geheimnis des Feuers von Mogli erfahren und entzündete dabei selber ein fetziges Tanz-Feuerwerk, dass der ganze Dschungel rockte. Traditionell geordnet dagegen ließ der Regisseur Werner Johst die Elefanten aufmarschieren. Er setzte sich selbst armrüsselschwingend als Oberst Hathi an ihre Spitze vor Mariella De Giorgio und Emily Atkinson. Als Trio bewiesen Lucy Perko, Mark Rubinstein und Emma Citro sowohl als Wolfsgeschwister als auch als Geier ihre soziale Hilfsbereitschaft und ließen sich von Mogli gerne aufmuntern, wenn er die kaum geachteten Geier schön fand. Amina Muharemovic war stets ein Ikki zum Liebhaben, wenn da nicht die Igelstacheln gewesen wären. Aber das muss man sich selber anschauen.

Nächste Termine: 26. Januar, 2. und 23. Februar, 14.30 Uhr, Theaterrestaurant Friedenau, Telefon 550 93 51.

Die Stuttgarter Strolche begeistern mit ihrer Aufführung vom „Dschungelbuch“ im Theaterrestaurant Friedenau.
  Foto: Wenzel

Cannstatter / Untertürkheimer Zeitung vom 23.01.2013

Vom Meer in den Dschungel
Sie sind witzig, frech und bringen so manchen Klassiker auf die Bühne. Das Kindertheater
„Die Stuttgarter Strolche“ startet im Dezember seine neue Produktion „Das Dschungelbuch“.
Jedes Jahr stellen die Stuttgarter Strolche eine neue Produktion auf die Beine.
 
Theater beflügelt die Phantasie, entführt in fremde Welten und macht jede Menge Spaß. Das gilt auch für die Stuttgarter Strolche, die in den vergangenen Jahren ihre Zuschauer mit Stücken wie „Hänsel und Gretel“ und „Pippi Langstrumpf auf den sieben Meeren“ in ihren Bann zogen. Ab Dezember 2012 bringen sie „Das Dschungelbuch“ auf die Bühne des Restaurant Theaters Friedenau. Damit zeigen sie einen weiteren Klassiker der Kinderliteratur und das praktisch ohne Abweichungen vom Original. Da steigt natürlich der Anspruch. „Kinder merken schnell, wenn etwas nicht stimmig ist. Wir können zum Beispiel aus Balu im Dschungelbuch keinen braunen Bär machen, da er im Buch grau ist“, schmunzelt Corinna Steinke von den Stuttgarter Strolchen. Seit vier Jahren bringt Steinke zusammen mit Ludwig Holzer die Stuttgarter Strolche auf die Bühne. Hier spielen Kinder für Kinder, Erwachsene mischen nur selten mit. „Wir wollten ein Kindertheater gründen und Kindern eine Plattform geben, um sich zu entfalten“, erinnert sich Steinke. Die gelernte Arzthelferin packte das Theaterfieber während ihrer Zeit beim Stuttgarter Volkstheater. Hier traf sie auf Ludwig Holzer, den Leiter des Stuttgarter Komödles. Der Umzug des Komödle ins Restaurant Theater Friedenau ermöglichte die Gründung des Kindertheaters und so entstanden 2008 die Stuttgarter Strolche. Bei der Namensfindung ließen Steinke und Holzer sich von einer amerikanischen Fernsehserie inspirieren, die Ende der 1960er in Deutschland über die Bildschirme flimmerte. „Genau wie die Clique in der Serie ist unser Kindertheater: klein, frech und ein bunt gewürfelter Haufen“, erklärt Steinke. Neben ihr und Holzer ist Regisseur Werner Johst der Dritte im Bunde. Johst feierte 2010 sein 60-jähriges Bühnenjubiläum und bringt viel Erfahrung als Schauspieler und Regisseur mit. In den vergangenen vier Jahren stellten die Stuttgarter Strolche jedes Jahr eine neue Produktion auf die Beine. „Mehr ist zeitlich und finanziell nicht drin“, so Steinke. Denn das Kindertheater finanziert sich aus den Eintrittsgeldern ohne Unterstützung durch das Land. Mitmachen kann jedes Kind ab der ersten Klasse, teilweise rufen Steinke und Holzer auch zu Castings auf. „Wir entscheiden nach der Bühnenpräsenz und in wie weit die Kinder sich etwas trauen. Wenn es gar nicht klappt, können wir sie leider nicht nehmen“, erzählt Steinke und fügt hinzu: „Aber die meisten wachsen mit ihren Aufgaben. Einige haben mit kleinen Nebenrollen angefangen. Und jetzt stehen sie in Hauptrollen auf der Bühne.“
„Es ist einfach eine schöne Geschichte mit tollen Kostümen und einem bunten Bühnenbild,“
Um die jungen Darsteller nicht zu überfordern und eventuelle Ausfälle durch Masern oder Grippe zu kompensieren, studieren immer zwei Gruppen ein Stück ein - so auch beim „Dschungelbuch“. In den Aufführungen wechseln sich diese wochenweise ab. Die Kinder sind immer mit Eifer bei der Sache. „Sie kommen ja zu uns, weil sie Theater spielen wollen und sich wünschen, dass die Zuschauer stolz auf sie sind“, begründet Steinke deren Engagement. Das stellen sie auch zurzeit unter Beweis, denn in rund einer Woche hebt sich der Vorhang zur Premiere von „Das Dschungelbuch“. Nach dem Klassiker von Rudyard Kipling erzählt das Stück die Geschichte vom Menschenjungen Mogli, der im Dschungel bei den Wölfen aufwächst. Als der Tiger Shir Khan Jagd auf ihn macht, will Panther Baghira seinen Freund Mogli ins Menschendorf bringen. Damit beginnt eine abenteuerliche Reise durch den Dschungel. „Es ist einfach eine schöne Geschichte mit tollen Kostümen und einem bunten Bühnenbild“, so Steinke. Denn auch das ist eine Besonderheit der Stuttgarter Strolche: Die Bühnenbilder jeder Produktion stammen nicht von Profis, sondern sind das Ergebnis einer Kooperation mit dem Behindertenzentrum Stuttgart-Feuerbach. „Sie entwerfen immer tolle Kulissen und bringen dieses jahr echtes Dschungelflair auf die Bühne“, freut sich Steinke. Davon können sich Familien ab dem 8. Dezember 2012 selbst überzeugen. Dann verzaubern die Stuttgarter Strolche ihr Publikum im Restaurant Theater Friedenau mit viel Witz und Spaß. (AM)

GOOD NEWS vom 1. Dezember 2012


Pippi Langstrumpf bei den Strolchen
Stuttgart-Ost: Amateurtheater von Kindern für Kinder begeistert mit der neuen Aufführungsreihe
 
(rw) - Amateurtheater von Kindern für Kinder gibt es in Stuttgart nur einmal, aber das mindestens zweimal pro Monat. In der Theater-Gaststätte Friedenau spielen Corinna Steinke und Ludwig Holzer mit ihren Bühnenkindern „Pippi Langstrumpf auf den 7 Meeren“. Seit September hatten sie jeden Samstag geprobt, am 3. Dezember war die erste Premiere und seitdem haben sie immer einen vollen Saal, wenn es heißt. „Hey Pippi Langstrumpf...“. Auch am letzten Samstag konnten die kleinen Zuschauer, fast alle im Vorschulalter, es kaum erwarten, bis der Vorhang aufging für die Villa Kunterbunt. Und dann schob auch schon Pippi ihr tolles Bett auf die Bühne, baute es zum Flugballon um und flog darin mit ihren zwei Freunden los, um ihren Vater aus der Gewalt von Piraten zu befreien. In dieser ersten Februarvorstellung tollte Katharina Hermann als Pippi unerschrocken über die Bühne. Johannes als Tommy und Alessandra Scheurer als Annika staunten immer wieder über Pippis verrückte Ideen. „Wenn das meine Mutter wüsste!“ genoss Annika ihre Abenteuer, und auch der aufmerksame Tommy ließ sich von Pippis schlagenden Problemlösungen überzeugen. So fuhren sie durch den Vulkanwolkenrauch, lockten die Piraten in den Urwald und entführten ihnen ihr Schiff, um nach Taka-Tuka-Land zu gelangen. Das Publikum quietschte vor Vergnügen und wartete gespannt, dass sich der Vorhang wieder hob. Vier farbenfrohe Bühnenbilder hatte die Behindertenwerkstatt aus Feuerbach zusammengebaut: Der Urwald und die Seeräuberburg waren schon allein sehenswert. Aber da gab es ja auch noch die Piraten. Die jüngsten, Maxi und Karoline, spielten die fröhlichen Seeräuber, die ihr abenteuerliches Leben genossen. Und sie zeigten, wie toll sie tanzen konnten, während ihre Anführer betrunken am Schankfass lagen. Besonders Cheyenne als Messer-Jocke zeigte dort, wie ein furchteinflößender, wilder Kerl nach dem sechsten Becher ganz zahm wird. Klara, als Blut-Svente, suchte immer wieder hinter dem Jocke Deckung oder bedrohte wütend den gefangenen Kapitän Langstrumpf (Ludwig Holzer). Da war es schnell klar, dass die schlaue Pippi nicht zu viele Schwierigkeiten haben würde, um ihren Papa zu befreien. Aber eine echte Explosion mit Feuer und Knall war doch schon nötig und natürlich ein siegreicher Schwertkampf Pippis gegen drei Piraten auf einmal. Werner Johst, der langerfahrene Regisseur, hatte mit Ausdauer und Fürsorge zwei Gruppen vorbereitet, die abwechselnd spielen und notfalls füreinander einspringen können, denn alle haben ja noch einen Hauptberuf. „Aber Schule und Theater gehören eh zusammen“, sagt Corinna Steinke. Schließlich kooperieren die Stuttgarter Strolche seit einem Jahr mit der Ameisenbergschule.

Am 11. Februar, um 14.30 Uhr gibt es die nächste Vorstellung von „Pippi Langstrumpf“ in der Friedenau, Rotenbergstraße 127. Infos unter www.stuttgarter-strolche.de.

Die Stuttgarter Strolche begeisterten mit ihrer neuen Aufführung "Pippi Langstrumpf auf den 7 Meeren"
die zuschauenden Kinder in der Friedenau. Foto: Wenzel

Cannstatter Zeitung vom 08.02.2012


Viel zu jung mit 127 Jahren
„Die kleine Hexe“: Schüler der Ameisenbergschule auf der Bühne

Viertklässler der Ameisenbergschule führten im Theater Friedenau Otfried Preußlers Kinderbuchklassiker „Die kleine Hexe“ auf. Das Stück wurde im Rahmen des Kooperationsprojektes Theater an der Schule einstudiert, welches die Kindertheatertruppe Stuttgarter Strolche und die Ameisenbergschule in diesem Schuljahr durchgeführt haben.

S-OST
Der sehnlichste Wunsch der kleinen Hexe ist es, mit den großen Hexen bei der Walpurgisnacht mitmachen zu dürfen. Schafft sie es, die großen Hexen davon zu überzeugen, dass sie mit ihren gerade mal 127 Jahren nicht zu jung dafür ist?
Auf der Bühne standen Viertklässler der Ameisenbergschule. Allesamt keine Profis, sondern Mitglieder der Theater-AG, die dieses Schuljahr zum ersten Mal gemeinsam mit dem Kindertheater Stuttgarter Strolche stattfindet. Unter der Leitung von Regisseur Werner Johst haben dreizehn Mädchen und ein Junge jeden Mittwochnachmittag geprobt. Dass dabei eine große Aufführung auf einer richtigen Bühne herauskommt, hatten sie anfangs gar nicht erwartet.
Es macht riesigen Spaß, einmal in andere Rollen zu schlüpfen, das haben die Kinder bei ihrer Vorführung zeigen können. Ein liebenswerter und frecher Rabe Abraxas macht der kleinen Hexe immer wieder neuen Mut, wenn sie gerade nicht mehr weiter weiß.

Wenn sie es bis zur nächsten Walpurgisnacht zu einer guten Hexe gebracht habe, darf die kleine Hexe nämlich endlich vor den Hexenrat treten. Nun bemüht sie sich ein Jahr lang, viele gute Taten zu vollbringen. Sie hilft armen Menschen, bestraft Bösewichte und findet neue Freunde.
Als es endlich so weit ist, und sie beim Hexenrat vorspricht, stellt sich heraus, dass ihre guten Taten in den Augen der großen Hexen gar nichts wert sind. Und die kleine Hexe stampft schon mal wütend auf den Boden, weil die Oberhexe über sie lacht. Aber das lässt die nicht auf sich sitzen, und anstatt Holz für den Scheiterhaufen zusammenzutragen, wie ihr als Strafe aufgegeben ist, rächt sie sich, zaubert die Besen und Zauberbücher der Hexen herbei und hext den Hexen das Hexen ab.
„Theaterspielen fördert sehr viele Fähigkeiten, oft baut es Hemmungen und Scheu ab“, erklärt Stuttgarter Strolche-Leiterin Corinna Steinke die Idee des Kooperationsprojektes zwischen Schule und Theater. „Jedes Kind hat die Möglichkeit, seine Fähigkeiten im Spiel zu erweitern und daran zu wachsen.“ Das Selbstbewusstsein, mit dem die neun- und zehnjährigen Kinder auf der Bühne agierten, gibt ihr recht. Auch Ameisenbergschulkonrektorin Sonja Plettinger war beeindruckt: „Es ist unglaublich, mit welcher Überzeugungskraft die Schüler auf der Bühne spielten.“ In diesem Schulhalbjahr geht das Projekt in die zweite Runde, dann dürfen die Drittklässler zeigen, was sie können.

(cst)
Viel Applaus für die Viertklässler der Ameisenbergschule Foto: Stefanou

Stuttgarter Wochenblatt - Februar 2011

Hotzenplotz bei den „Strolchen“
Stuttgart-Ost: Erfolgreiche Premiere der Räubergeschichte von Kindern für Kinder in der Friedenau
Die „Stuttgarter Strolche“ feierten erfolgreich im Theater-Restaurant Friedenau Premiere der Räubergeschichte vom „Hotzenplotz“.
Foto: Wenzel

VON ROLF WENZEL

Proppenvoll war es im Theatersaal der „Friedenau“ in der Rotenbergstraße am Samstagnachmittag kurz vor halb drei. Die „Stuttgarter Strolche“ hatten eingeladen zur Premiere ihres neuen Stückes „Der Räuber Hotzenplotz“ und weil es das Internet gibt, hatten das viele junge Eltern auch außerhalb Stuttgarts mitbekommen, sich an ihre eigene Lektüre von Otfried Preußlers Klassiker erinnert und waren mit ihren Vor- oder Grundschulkindern gekommen. Die wurden langsam ungeduldig und strapazierten das erzieherische Geschick, besonders ihrer Väter.
Als aber der Vorhang aufging, wirkte schlagartig der alte Theaterzauber und Ludwig Holzers „Theater von Kindern für Kinder“ ließ Zuschauer und Akteure gemeinsam die Abenteuer von Seppl und Kasperl miterleben. Natürlich standen auch ein paar Erwachsene auf der Bühne, die fürsorgliche Corinna Steinke zum Beispiel, als kaffeemahlende Großmutter vor ihrem Häusle in Ostheim oder Holzer, der finstere Dieb der musikmachenden Kaffeemühle, der alle zum Lachen brachte. „Ein Räuber, der Ballett tanzt, das hab' ich ja noch nie gesehen“ prustete eine helle Stimme aus der Saalmitte. Und da war noch ein echter Wachtmeister: Martin Schober vom Cannstatter Amtsgericht; doch der Pickelhaubenträger stellte ja nur zu Beginn fest, dass Räuberfangen „keine Kleinigkeit“ sei und ließ sich zum Schluss den gefangenen Räuber einfach zum Abführen vorführen. Das Hauptgeschäft aber erledigten Larissa Fässler als Kasperl und Marielle De Giorgi als Seppl. Die beiden Elfjährigen gingen die Kaffeemühlenjagd ganz professionell an, schließlich war es schon ihre fünfte Rolle auf der Friedenaubühne, deren
praktische und phantasievolle Requisiten wie üblich aus der Behindertenwerkstatt Feuerbach kamen. Durch einfaches Drehen ließ sich das Großmutterhaus in die Räuberhöhle und die Zaubererküche verwandeln. An allen drei Orten mussten sich Kasperl und Seppl bewähren, um der Gerechtigkeit zum Sieg zu verhelfen. Dem unerschütterlich gutgelaunten Seppl machten seine Aufgaben offenbar ebenso viel Spaß wie den Zuschauern sein Spiel. Über Kasperls akrobatische Wortverdrehungen musste der auch schon mal selber lachen und wenn die beiden Mütze und Hut tauschten, war sowieso der eine so lustig wie der andere. Kein Wunder, dass der Zauberer Zwackelmann ihnen nicht gewachsen war, auch wenn Julia Beierbach mit spitzem Hut und Zaubermantel eindrucksvoll Magie in den Raum aussandte. Kaum war sie weg, hob Melina Klein ihren Kopf als gefangene Unke, die sich erlösen ließ zur hoheitsvollen Fee Amaryllis, während der Räuber Hotzenplotz in einen Gimpel verwandelt wurde und im Vogelkäfig dem Wachtmeister Dimpfelmoser übergeben werden konnte.
Dem Regisseur Werner Johst war es wieder einmal gelungen, die Spielfreude der Mädchen behutsam zu lenken und bühnenwirksam daraus zwei Teams zu formen, die in den Schulwochen bis Juni abwechselnd jeden Samstag auftreten werden.
 
Am nächsten Samstag, 28. November ist Premiere des zweiten Spiel-Teams. Dann werden Feline Layer, Katharina Herrmann, Marie-Noelle Axal, Nelly Schwarz und Alexandra Scheurer den „Räuber Hotzenplotz“ spielen im Theater-Restaurant Friedenau, Rotenbergstraße 127 um 14.30 Uhr. Karten: Telefon 5509351 oder im Internet: stuttgarter-strolche.de.
Cannstatter Zeitung vom 24. November 2010


Premiere bei den Stuttgarter Strolchen
Hotzenplotz macht immer Spaß
Demnächst treibt der Räuber Hotzenplotz sein Unwesen in der Friedenau. Das neue Stück des Kindertheaters „Stuttgarter Strolche“ hat im November Premiere. Der Kinderbuchklassiker von Otfried Preußler ist alles andere als angestaubt, das zeigte sich schon am großen Vergnügen, das die Kinder in den Proben haben - und der Funke wird bestimmt aufs Publikum überspringen.
Wer kennt sie nicht: den Kasperl, den Seppl, den Hotzenplotz als Inbegriff aller Räuber und seinen Freund, den Zauberer Petrosilius Zwackelmann. Oder wie hieß der noch gleich - Schnackelmann, Wackelzahn, Zackelschwan? Larissa und Marielle müssen sich bei den Proben immer wieder das Grinsen verkneifen, bekommen den Buchstabensalat aber gekonnt über die Lippen.
Den beiden Elfjährigen merkt man die Theatererfahrung an: Sie waren von Anfang an bei den „Strolchen“ dabei und stehen mit großem Selbstbewusstsein auf der Bühne. Ab und zu mahnt Regisseur Werner Johst noch zum Langsamsprechen, aber insgesamt sind alle Mädels klar und deutlich zu hören. Gekonnt bekommen Kasperl und Seppl einen Niesanfall nach Pfefferpistolen-Attacke, mitleiderregend und gruslig heult die Unke.
Immer am Samstagvormittag wird im Theater-Restaurant Friedenau geprobt, und zwar in zwei Schichten. Ist Team eins fertig, trifft das zweite ein, denn die Strolche spielen mit zwei kompletten Besetzungen. Das entlastet die Kinder, denn bis zum Juni ist außer in den Ferien durchgehend jeden Samstag Vorstellung. Die Doppelbesetzung ermöglicht außerdem, möglichst viele Kinder spielen zu lassen. 20 junge Schauspieler hat das Ensemble derzeit - genauer Schauspielerinnen, denn Jungs gibt es momentan keine. Gegründet wurde es 2008 von Corinna Steinke und Ludwig Holzer. Beide spielten schon lange beim Amateurtheater „Stuttgarter Komödle“ und träumten davon, etwas mit Kindern auf die Beine zu stellen. Regisseur Werner Johst ist Theaterprofi mit jahrzehntelanger Erfahrung. Die wunderschönen, mit vielen Details bestückten Bühnenbilder werden in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen hergestellt.
Wer schläft da, wenn der Räuber naht? Foto: aia

 
Steinke und Holzer halten nichts davon, Stücke künstlich auf modern zu trimmen. Sie bleiben möglichst nahe am Original und modernisieren nur behutsam. Der Räuber Hotzenplotz mit seiner kindlichen Perspektive, seinen herrlichen Verwechslungen und dem kindgerechten Humor hat das ohnehin nicht nötig, er macht heute noch genau so viel Spaß wie vor 40 Jahren. Im Hotzenplotz-Team 1 spielen Marielle De Giorgi, Larissa Fässler, Melina Klein, Ludwig Holzer, Julia Beierbach, Corinna Steinke und weitere Akteure in kleineren Rollen. Es hat am 20. November um 14.30 Uhr Premiere.
Im Team 2 haben Feline Layer, Katharina Hermann, Marie-Noelle Asal, Nelly Schwarz, Alessandra Scheurer die Hauptrollen. Seine Premiere ist am 27. November um 14.30 Uhr im Theater-Restaurant Friedenau.
 
Kartenbestellung ist dort oder im Theaterbüro, Telefon 5509351 möglich.
aia
HGV - Ihr Stadtteil, November 2010


„Biene Maja“ begeistert Groß und Klein
Stuttgart-Ost: Ludwig Holzers Kindertheater „Stuftgarter Strolche“ fasziniert im Theaterrestaurant Friedenau
 
(rw) - Zum Schlittenfahren hatten die Kinder dieses Jahr genug Gelegenheit. Jetzt ist der Schnee weg und Kindergarten und Schule sind am Wochenende zu. Doch glücklicherweise gibt es in der „Friedenau“ im Osten die „Stuttgarter Strolche“. Die spielen und singen samstags von der Biene Maja. Das ist Theater von Kindern für Kinder und macht ganz doll Spaß, egal ob die Zuschauer drei oder ihre Eltern 33 Jahre alt sind. Deshalb war auch am letzten Samstag um halb drei das Theaterrestaurant in der Rotenwaldstraße rappelvoll und summte vor Spannung bis der Vorhang aufging. Manche hatten ihre Lieblingsbiene als gelbschwarze Stoffpuppe vor sich auf den Tisch gesetzt, andere staunten über die meterhohen Streichholzschachteln vor der Bühne. Darauf buchstabierten sie:„Feuer und Flamme für die Stuttgarter Strolche“- und das waren sie dann auch in den nächsten eineinhalb Stunden. Sie erlebten, wie die Biene Maja in ihrer Wabe ungeduldig wartete, dass der kleine dicke Willi ihr vollends hinaus half aus dem engen Sechseck, so dass beide in die bunte Welt der Bienen hineinpurzelten. Da wuchsen prächtige Blumen und zwischen ihnen lagen eine prächtig glänzende Erdbeere und ein angebissener Apfel, aber hinten links wartete auch ein riesiges Spinnennetz auf unvorsichtige Bienchen. Das alles hatte die Behindertenwerkstatt aus Feuerbach auf die Bühne gestellt, damit Corinna Steinke und Werner Johst ihre 20 jungen Schauspielerinnen einführen konnten in die Bienenperspektive und in die Musicalhandlung, zu der die Erzählung von Waldemar Bonsels geworden ist. In zwei Besetzungen spielen die begeisterten jungen Akteure bis Ende Juni den abenteuerlichen Ausflug der jungen Biene in das Leben. Am Samstag war Melina die Biene Maja - und zwar wörtlich. Sie schwirrte so lebensfroh, wissbegierig und selbstsicher über die Bühne, weil sie einfach nur wie sie selber sein musste - sagt sie. Marielle, als Majas Begleiter Willi, kümmerte sich unerschütterlich strahlend um den Irrwisch, so dass Maja den „kleinen dicken Dussel“ zurücknahm und Willi zum Freund erklärte. Gemeinsam begegneten sie der balancefesten Larissa auf ihren Katapultschuhen als grüngesichtiger Grashüpfer Flip und der wandlungsfähigen Jamana, die mal als extravagant-modische Stubenfliege und mal als gewalttätige Hornisse auftrat. Zum Schmunzeln komisch zeigte sich Julias Mistkäfer Kurt, der gerne ein Rosenkäfer wäre, aber gutmütig die gefangene Maja aus dem Netz der Geige spielenden Kreuzspinne befreite. Dies war nur eine der drei Rollen des Schauspieltalents Nelly, die jede Woche aus Ludwigsburg zur Probe kommt, als Beleg für den Feuereifer, mit dem die „Strolche“ den Leitspruch Ludwig Holzers umsetzen: „Theater braucht Kinder und Kinder brauchen Theater.“
Maja (links) und Willi sammeln Honig, den sie dann aber selber aufessen. Die Aufführung im Theaterrestaurant
Friedenau von Kindern für Kinder begeisterte Groß und Klein. Foto: Wenzel

Cannstatter Zeitung vom 24.02.2010


Vier lustige Hühner im Mittelpunkt
Im einzigen Stuttgarter Amateur-Kindertheater „Stuttgarter Strolche“, das seine Heimat in der Gaststätte Friedenau in der Rotenbergstraße 127 hat, gibt es seit Ende April ein neues Stück: Pettersson und Findus. Vier lustige Hühner in kunstvoll genähten Kostümen spielen die Hauptrolle. Im vollbesetzten Saal der Friedenau bekamen sie bei der Premiere großen Beifall. Die nächsten Vorstellungen sind am 13., 20. und 27 Juni - dann ist Sommerpause. Karten zu sieben Euro für Erwachsene und fünf Euro für Kinder sind erhältlich unter Telefon 5 50 93 51, 2 62 69 24 und unter www.stuttgarter-strolche.de.
Foto: sus
HGV Stadtteil Aktuell, Juni 2009


Spannendes Theater von Kindern für Kinder
Stuttgart-Ost: Stuttgarter Strolche feiern Premiere von „Pettersson und Findus“ in der Friedenau
 
(rw) - Regina Wagner aus Fellbach war im Internet auf die „Stuttgarter Strolche“ gestoßen, als sie recherchierte, was es samstagnachmittags für ihre Söhne Jens (7) und Marc (5) in Stuttgart zu erleben gab. Jetzt saßen die drei im fröhlich belebten Theatersaal der Gaststätte Friedenau bei Pommes und Cola und warteten gespannt darauf, was Bauer Pettersson und sein Kater Findus auf seinem Hof in Schweden erleben würden. Zunächst jedoch öffnete sich der rote Vorhang nur einen Spalt und vier rotbackige runde Kindergesichter übereinander musterten mit großen, weiß umrandeten Augen die Leute im Saal - genau so gespannt wie das Publikum die neugierigen Bühnenhühner. Aber gleich danach waren alle mitten drin im hippeligen Eierlegen, weil der freche Findus immer ganz schnell die frisch gelegten Eier klaut. Dieser braunweiß getigerte Kater mit der grünen Hose war auch einfach unwiderstehlich mit seinen ausgefallenen aber einleuchtenden Wünschen: dreimal im Jahr wollte er Geburtstag feiern - und dazu gehörte eine Pfannenkuchentorte. Die sollte Pettersson mit seinem großen Hotzenplotz-Filzhut ihm backen. Und das wurde eine längere Unternehmung, bis alle Zutaten beisammen waren und die vier Hühner mit ihrem mitreißenden Flügelschwingballett zum Gratulieren antreten konnten. Nach der Pause vollführte die lustige Schauspieltruppe eine Fuchsjagd der etwas anderen Art - mit Pfefferballons, selbstgebasteltem Lockvogelhuhn und Schreckgespenst à la Findus. Den begeisterten Schlussapplaus hatten sie sich redlich verdient, die sieben Kinder zwischen zwölf und acht Jahren und die zwei Erwachsenen, die in dieser 2. Premiere von „Petterson und Findus“ aufgetreten waren. Die 1. Premiere hatten der „Chef“ Ludwig Holzer und Corinna Steinke zusammen mit den anderen sieben Mitgliedern der „Stuttgarter Strolche“ eine Woche davor erfolgreich gefeiert. Damit haben es Holzer und Steinke geschafft, neben ihrer Mundartbühne „Stuttgarter Komödle“ auch ein echtes Kindertheater in der Friedenau dauerhaft zu etablieren. Sie bieten jungen Theaterfreunden nicht nur Gelegenheit zum Zuschauen, sondern auch zum Mitspielen, was noch viel mehr Spaß macht. Das versicherten zumindest die sieben Akteure, die am Samstag auf der Bühne standen: Das fernsehreife Quartett der stets strahlenden weißgefiederten Hühner (Melanie, Marie-Noelle, Lilli und Jocelyn), der flintenbewehrte Fuchs (Emma), dem die Hühnerjagd ausgetrieben wird und der furchterregend lächelnde Stier (David), der dem furchtlosen Torero Findus durch den Saal hinterherjagt. Den Kater aber spielte Nelly Schwarz so bärenstark, als sei Pippi Langstrumpf in sie geschlüpft, damit die Kinder die Welt nach ihren Vorstellungen mit gestalten können. Vorausgesetzt, dass sie auf einen treffen wie Holzers Pettersson, der mit weiser Resignation den Eltern im Saal routinemäßig vorsprach: Wenn etwas schief gelaufen ist, „dann muss ich es wohl gemacht haben.“ Und das gefiel nicht nur den Kindern. Weitere Infos im Internet unter www.stuttgarter strolche.de.
„Pettersson und Findus“, aufgeführt von den Stuttgarter Strolchen, begeisterte die Zuschauer im Theatersaal
der Gaststätte Friedenau. Foto: Wenzel

Cannstatter Zeitung vom 06.05.2009


Kinder spielen für Kinder
„Stuttgarter Strolche“ präsentieren Pettersson und Findus
Findus hat drei mal im Jahr Geburtstag, das weiß jedes Kind, und jedes Mal backt Pettersson ihm eine Pfannkuchentorte. Was aber an dem Tag passierte, als Pettersson kein Mehl zu Hause hatte und er ins Dorf wollte, um welches zu kaufen, muss man mit eigenen Augen gesehen haben! „Pettersson und Findus“ heißt das neue Stück der Kindertheatergruppe „Stuttgarter Strolche“, das am 25. April Premiere hat.
 
Feste Kindertheatergruppe
Seit Herbst letzten Jahres spielen die Stuttgarter Strolche in der Theater-Gaststätte Friedenau. Die Truppe ist die einzige feste Amateur-Kindertheatergruppe in Stuttgart. Initiiert wurde sie von der schwäbischen Mundartbühne „Stuttgarter Komödle“, die im vergangenen Jahr von Heslach in den Stuttgarter Osten gezogen ist. „Die Idee für ein Kindertheater hatten wir schon lange. In Stuttgart gibt es zwar ein großes Theaterangebot für Kinder, mitspielen können sie aber außer bei Workshops nur beim Jungen Ensemble“, erzählt Sprecherin Corinna Steinke, die gemeinsam mit Theaterchef Ludwig Holzer das Kindertheater leitet.
    Mit dem Märchenstück „Hänsel und Gretel“ hatte die Truppe in der Vorweihnachtszeit schon einen erfolgreichen Bühnenstart. Die neue Produktion verspricht turbulent zu werden. Zur Geschichte mit der Geburtstagstorte kommt nämlich noch „Ein Feuerwerk für den Fuchs“ hinzu. Einstudiert werden die Stücke von Regisseur Werner Johst, der viele Jahre im Naturtheater Reutlingen mit Kindern gearbeitet hat.
 
Kultur soll finanzierbar sein
Corinna Steinke ist begeistert davon, wie viel Spaß die Kids am Theaterspielen haben. Mittlerweile gehören 14

Die jungen Schauspieler fiebern der
Premiere entgegen.

 
Kinder zum Ensemble, Nachwuchs sei durchaus erwünscht. Wer Spaß am Theaterspielen habe, sei herzlich willkommen, so Steinke. Wichtiges Anliegen ist den Machern, dass Kultur für den Familien-Geldbeutel finanzierbar ist. Die Eintrittspreise liegen zwischen fünf und sieben Euro. „Es ist nicht einfach für ein Theater, diese Preise anzubieten“, erklärt sie, „wir hoffen sehr darauf, dass die Stuttgarter Strolche zum 'festen Kulturangebot' in Stuttgart werden.“ Also, nichts wie hin, man stelle sich nur vor, wie Findus mit einer Gardine am Schwanz versucht, den wilden Stier abzulenken.
CS
Elternzeitung Luftballon, April 2009


Vom Suchen und Finden
neuer Zuschauer
Drei ganz persönliche Vorschläge von Jürgen von Bülow
 
Egal wie erfolgreich, beliebt und professionell eine Theatergruppe ist, eine Angst bleibt: Dass die Zuschauer wegbleiben - erst langsam, dann stetig. Gründe werden gesucht und gefunden und mal werden die Regie, die Schauspieler oder das Stück verantwortlich gemacht. Dann wiederum liegt es an der Jahreszeit, einem großen Sportereignis oder dem Fernsehen, dem Internet und an der allgemeinen Geldknappheit. Welche Möglichkeiten gibt es also, die Zuschauer wieder und wieder ins Theater zu locken? Mir fallen drei ein, die ich im letzten Jahr aus nächster Nähe erleben konnte.
 
 
   Theater für Firmen
 
   Vor kurzem bekam meine Inszenierung am Glasperlenspiel in Asperg das Angebot, im Wilhelma Theater Stuttgart im Rahmen einer Weihnachtsfeier vor einer Firma aufzutreten. 300 Gäste kamen und wir verteilten Flyer über die nächste Premiere im Glasperlenspiel Asperg. Zugegeben: Der Kontakt zu einer großen, mittelständischen Firma ist ein glücklicher Zufall, jedoch gibt es in vielen Theatergruppen Schauspieler, welche quasi an der „Quelle“ sitzen. Unsere Flyer erreichten so auch Zuschauer, die höchst selten ins Theater gehen und viele versprachen, nach Asperg ins Glasperlenspiel zu kommen.
 
 
   Benefiz-Veranstaltung
 
   Eine andere Möglichkeit ist eine Benefiz-Veranstaltung: Im Dezember organisierte ich für die Schaubühne Sindelfingen eine Lesung zu Gunsten krebskranker Kinder. Ich suchte bekannte und unbekannte Texte aus und probte intensiv, damit es nicht nur ein Ablesen von Texten, sondern ein heiterer, nachdenklicher Abend
zu einem sehr traurigen Anlass wurde.
   Natürlich füllt sich der Zuschauerraum bei so einer Veranstaltung nur einmal, doch eine positive Wahrnehmung in der öffentlichkeit - die Presse besprach den Abend ausführlich vor und nach der Veranstaltung - oder etwa beim Kulturamt einer Stadt ist für jedes Theater ein Gewinn. Ein guter Zweck heiligt eben die Mittel.
 
 
   Kindertheatergruppe gründen
 
   Variante drei: Zu den laufenden Produktionen einer Bühne wird eine weitere Gruppe gegründet, etwa eine Kindertheatergruppe. Die Mundartbühne „Stuttgarter Komödle“ hatte im Herbst 2008 mit einem Stück Premiere, in dem drei Schauspieler der Theatergruppe mit einer handvoll Kinder den Märchen-Klassiker „Hänsel und Gretel“ zur Aufführung brachten. Werner Johst, Regisseur zahlloser Mundartstücke und selbst Schauspieler, probte über Monate mit Kindern und Jugendlichen, bis, nach einigen Umbesetzungen, die Premiere des ersten Stückes der „Stuttgarter Strolche“ stand.
   Johst selbst trat als Hexe auf und war dabei so Angst erregend böse, dass die sonst lebhaften, jungen Zuschauer ganz still wurden und näher an die Mama oder die Tante heranrückten. Corinna Steinke und Ludwig Holzer spielten sehr überzeugend und waren einmal nicht mit schwäbischem Dialekt zu hören. Ja, und alle anderen Figuren - von Hänsel und Gretel bis zu diversen Tieren und Pflanzen - wurden von den schauspielernden Kindern so hinreißend verkörpert, dass es am Ende begeisterten Beifall von dem teils sehr jungen Publikum gab. Auch bei dieser Gelegenheit kann die Bühne hoffen, dass die begleitenden Mütter und Tanten eine „Erwachsenen“-Vorstellung besuchen werden.
 
 
   Wie gesagt: Neue Zuschauer braucht das Land - man muss sie nur finden.

Hänsel und Gretel bei den Stuttgarter Strolchen - die einzigen Amateure in der Landeshauptstadt, die Theater von Kindern für Kinder anbieten.
Schau.Spiel
Verbands- und Fachzeitschrift des Landesverbandes
Amateurtheater Baden-Württemberg e.V. Ausgabe 1/2009


Hänsel und Gretel in der Friedenau
Seit Anfang November spielt in der Gaststätte Friedenau in der Rotenbergstraße 127 das einzige Amateur-Kindertheater in Stuttgart jeden Samstagnachmittag um 15 Uhr das beliebte Grimm'sche Märchen „Hänsel und Gretel“. Die Kindertheatergruppe wurde innerhalb der schwäbischen Mundartbühne „Stuttgarter Komödle“ Mitte des Jahres ins Leben gerufen und erntete jetzt bei der Premiere des ersten Märchenspiels großen Beifall. Beeindruckend sind neben den schauspielerischen Leistungen der Kinder und Erwachsenen die liebevoll gestalteten Kostüme und das Bühnenbild. Es wurde von der Behinderten-Werkstatt in Feuerbach hergestellt. Weitere Vorstellungen gibt es am Samstag, dem 6., dem 13., dem 20. und dem 27. Dezember sowie am 10., 17. und 24. Januar. Karten zum Preis von sieben Euro (Kinder bezahlen fünf) kann man unter Telefon 5 50 93 51, 8 82 65 24, in der Friedenau unter 2 62 69 24 und im Internet unter www.stuttgarter-strolche.de bestellen.
Foto: sus
HGV Stuttgart-Ost, Dezember 2008


Hokuspokus, Hexenschuss
Gar nicht bühnenscheu: Märchenhafter Start für Stuttgarter Strolche in der Friedenau
Hänsel und Gretel sind textsicher und souverän im Auftritt. Märchenhaft waren auch die Bühnenbilder von „Hänsel und Gretel“. Hier die böse Hexe, die Hänsel vergeblich versucht zu mästen.
Fotos: max
Mit Spannung erwartete das Publikum in der Friedenau die Premiere der Stuttgarter Strolche. Einmalig in Stuttgart bietet das Amateurtheater Stuttgarter Komödle - bislang für Mundarttheater bekannt - nun auch Kindertheater an. Bis Februar 2009 wird das Märchen von „Hänsel und Gretel“ immer samstagnachmittags auf der Bühne des Theater-Restaurants in der Rotenbergstaße aufgeführt. Bei Friedenau-Wirt Georg Chatzitheodoru gibt es während der Aufführungen auch eine besondere Speisekarte für die kleinen Gäste.
 
OSTHEIM - Die langen Tischreihen im Theatersaal der Friedenau sind gut besetzt. Kinder, Eltern und Großeltern haben es sich gemütlich gemacht. Marion Hebach mit ihrem Ehemann und den beiden Söhnen kommt aus Ludwigsburg. Sie kennt die Mutter der heutigen Gretel-Darstellerin und ist zum ersten Mal in der Friedenau.
    „Ich find das Kindertheater schön, nicht so kommerziell“, meint sie. Die familiäre Atmosphäre in der Friedenau wird geschätzt. Die kleinen Theaterbesucher können während der Vorstellung Gerichte auf der Stuttgarter-Strolche-Karte bestellen. Es gibt ein kleines Strolche-Schnitzel ebenso wie einen Strolche-Eisbecher. Der kleine Bruder der Gretel-Darstellerin lümmelt auf einem der Stühle ganz vorne. Wochenlang hat er die Vorbereitungen auf das Grimmsche Märchen zu Hause mitverfolgt und beim Auswendiglernen des Textes zugehört. Nun kann er seine Schwester endlich auf der Bühne bewundern.
    „Wir haben in den Sommerferien angefangen. Einmal in der Woche wird geprobt“, so Ludwig Holzer vom Stuttgarter Komödle. Als sich der rote Bühnenvorhang zum ersten Mal öffnet, sieht man eine bläulich angestrichene Hütte, das Heim von Hänsel und Gretel. Dessen Ausstattung signalisiert zwar Not und Armut. Doch durch liebevolle Ausarbeitung und mit entsprechender Beleuchtung entsteht ein stimmungsvolles Bühnenbild. Ein Raunen geht durchs Publikum, als die verzweifelten Eltern von Hänsel und Gretel von der Bühne steigen und durch den Theatersaal marschieren. Hänsel und Gretel, gar nicht bühnenscheu und sehr textsicher, agieren zur Premiere erstaunlich selbstbewusst. Sie teilen die letzten Brotkrumen miteiander, bevor sie unter Kieferzweigen bedeckt einschlafen. Umrahmt vom nostalgisch-märchenhaften Bühnenbild treten Phantasiegestalten wie der „Ein Männlein steht im Walde“ singende Fliegenpilz oder auch ein kleiner Engel mit echten Goldlöckchen und umwerfend niedlicher Piepsstimme auf.
Feenähnliche Wesen tragen im dunklen Märchenwald Gedichte ohne jeglichen Hänger vor und auch der Rabe Abraxas geistert über die Bühne. Alles kleine i-Tüpfelchen entlang des Haupterzählstrangs. Immer wieder schließt sich der rote Bühnenvorhang während der Aufführung. Die kleinen Pausen geben der Inszenierung Luft und halten die Spannung. Man hört etliche Geräusche, das Verschieben von schweren Gegenständen, Rascheln. Dann geht der Vorhang wieder auf und gibt den Blick frei auf ein weiteres großes Bühnenbild, umgesetzt von der Feuerbacher Behindertenwerkstatt. Dort hat man mit viel Phantasie ein imposantes braunes Knusper-Hexenhaus gebaut. Unglaublich komisch und dennoch gruselig ist der Auftritt von Werner Johst, Regisseur des Stuttgarter Komödle.
    Er spielt die alte Hexe und zaubert nicht nur als Märchenfigur, sondern auch als Schauspieler. Krächzt, giert, flucht vor sich hin, sorgt für gruseligen Schauer und zieht groß und klein in seinen Bann. Wie gut nur, dass Hänsel und Gretel sich der altbewährten Grimmschen Mittel zu behelfen wissen, einen Knochen zum Käfig herausstrecken und die alte Hexe schließlich mit einem Fußtritt in den Ofen befördern, wo diese mit einem riesigen Schlag explodiert.
    Mit derlei Effekten ist man in der ohne Rap-Einlage oder Video-Clip auskommenden Inszenierung ansonsten aber sparsam. Was folgt, ist schließlich das wohlverdiente Happy End: Hänsel und Gretel sind gerettet und werden von den Eltern gefunden. Auch Rolf Wenhardt vom Landesverband Amateurtheater Baden-Württemberg hat an diesem Premieren-Nachmittag in die Friedenau gefunden.
    Es ist ihm wichtig, zu erwähnen, dass das Stuttgarter Komödle das einzige Amateurtheater in der Region ist, das Kindertheater anbietet. Und noch etwas anderes ist ihm positiv aufgefallen. „Ich habe noch nie gesehen, dass Kinder und Erwachsene auf diese Weise miteinander Theater machen. Das ist neu“, meint er. Mehrmals treten die kleinen und großen Darsteller von der Bühne ab, bis der Applaus im Theatersaal abebbt. Auch an diesem Samstag treten die Stuttgarter Strolche wieder auf.
 
Telefonische Kartenbestellung unter Telefon 550 9351 oder 26 26 924, per Fax unter 35 15 945 oder im Internet unter www.stuttgarter-strolche.de.
Stuttgarter Wochenblatt vom 13. November 2008


Die Strolche stürmen die Bühne
Erstes Mundart-Kindertheater feiert Premiere -
Nachwuchs als Hänsel und Gretel
In der Mundartbühne Stuttgarter Komödle bekommt jetzt auch der schauspielerische Nachwuchs seinen Auftritt. Mit dem Märchen „Hänsel und Gretel“ feiert das neue Kindertheater Stuttgarter Strolche am Sonntag, 2. November, Premiere.

VON JÜRGEN LESSAT

Hänsel und Gretel fährt der Schreck in die Glieder, als sich die böse Hexe an der Türe zeigt: „Knusper, knusper, knäuschen, wer knuspert an meinem Häuschen?“ Ein Grund zum Fürchten? „Eigentlich glaube ich nicht mehr an Märchen“, beteuert Gretel-Darstellerin Theresia Lorenz anschließend in einer Probenpause.
    Dennoch hat sich die elfjährige Schülerin des Cannstatter Johannes-Kepler-Gymnasiums sofort bei der Intendanz des Stuttgarter Komödles gemeldet, als die per Aushang an Schulen Schauspieler für ihr neues Kindertheater suchte. Mit den Stuttgarter Strolchen, so der Name des jungen Ensembles, erfüllen sich die Macher der traditionsreichen Mundartbühne einen lange gehegten Wunsch. „Erst an unserer neuen Wirkungsstätte ist Kindertheater möglich geworden“, sagt Theatersprecherin Corinna Steinke.

Noch lacht die Hexe: Knusper, knusper ...
Foto: Hörner
    Seit Februar gastiert das Komödle in der Gaststätte Friedenau im Stuttgarter Osten, nachdem ihr wenige Wochen zuvor die angestammte Bühne überraschend gekündigt worden war. Jahrzehntelang hatten die Laienspieler im Heslacher Rebstöckle Vorstellungen gegeben, das dortige Pächterehepaar hatte sich aber von Kinderstücken offenbar zu wenig Umsatz versprochen.
    In der Friedenau laufen seit Sommer die Proben mit dem elfköpfigen Nachwuchsensemble, wobei Regisseur Werner Johst auch die Hexe besetzt. Oft sitzen die Eltern im Zuschauerraum, wenn einmal die Woche üben angesagt ist.
    Die siebenjährige Emma von der Ostend-Grundschule, die im Stück einen Engel spielt, ist die jüngste Mimin. Mit 13 Jahren ist die Waldorf-Schülerin Jumana die älteste Darstellerin. „Ein armes Kind zu spielen ist eine ungewohnte Rolle“, nennt Jumana, die Hänsel verkörpert, was sie am Stück nachdenklich macht. Seit kurzem stehen auch die Kulissen, die in den Behindertenwerkstätten Feuerbach hergestellt wurden. „Lauter und langsamer reden“, nennt Gretel-Darstellerin Theresia, woran sie bis zur Premiere noch feilen muss.
Premiere haben die Stuttgarter Strolche mit „Hänsel und Gretel“ am Sonntag, 2. November, um 15 Uhr in der Gaststätte Friedenau, Rotenbergstraße 127.
Stuttgarter Nachrichten vom 30. Oktober 2008



Vorhang auf: Premiere mit Hänsel und Gretel
Das neu gegründete Kindertheater Stuttgarter Strolche zeigt das Märchen am 2. November
Sieben Kinder und drei Erwachsene proben seit September jedes Wochenende unter der Regie von Werner Johst im Stuttgarter Osten das Märchen Hänsel und Gretel. Inzwischen steht auch das vom Behindertenzentrum gefertigte Bühnenbild.

Von Mylena Baumann

„Holz weg, Holz weg“, flüstert jemand. Hinter dem Vorhang rumpelt es, dann öffnet sich der rote Stoff nach rechts und links. Auf der Bühne steht der Fliegenpilz, an dem Hänsel und Gretel auf ihrem Irrweg durch den Wald vorbeikommen. Sie sind müde vom Laufen und legen sich darunter schlafen. Der Schlafengel tritt auf - zuerst von der falschen Seite, dann noch einmal von der richtigen. Der Vorhang geht zu. Musik erklingt.
    Im Zuschauerraum des Theaters Friedenau sitzt die zweite Besetzung des Stücks und die Mutter von Hänsel, der von einem Mädchen gespielt wird. „Ich sehe es heute zum ersten Mal mit komplettem Bühnenbild“, sagt Jutta Müller begeistert. Parallel dazu liest sie im Buch mit und gibt auch das eine oder andere Stichwort, falls mal jemandem der Text nicht einfällt. Das detailreich gestaltete Bühnenbild gefällt ihr sehr gut. Es wurde in den Werkstätten des Behindertenzentrums aus Holz geschnitzt und gesägt, also nicht wie üblicherweise aus Pappmaché hergestellt.
    Dann erwachen Hänsel und Gretel. Sie entdecken das Hexenhäuschen mit seinen Verlockungen. „Wie süß, wie lecker“, ruft Gretel und beißt in ein Stück Pfefferkuchen.

Bald befördert Gretel die böse Hexe mit einem kräftigen Tritt in den Ofen.
Foto Horst Rudel
Dem Hänsel schmeckt es auch - bis die Hexe auftritt, gespielt von Werner Johst, der zugleich Regie führt und zwischendurch den Hexenbesen ins Eck stellt, damit er Gretel erklären kann: „Du musst mir schon einen richtigen Tritt geben, damit ich in den Ofen falle.“ Die Schlussszene wird dreimal geprobt, dann ist erst mal Pause für die erste Besetzung. Hänsel nimmt seine Mütze ab, unter der die Haare gut versteckt waren.
    „Ich muss immer ein bisschen tiefer sprechen, damit man nicht merkt, dass ich ein Mädchen bin“, sagt Jumana Müller. Die 13-jährige findet, dass es sich jetzt mit den Requisiten viel leichter spielen lässt als zuvor bei den reinen Sprechproben. „Aufregend“ findet die zehnjährige Nelly Schwarz das Theaterspielen. Sie hat keine Mühe, sich den Text der Gretel zu merken, und findet die Kostüme einfach toll.
    Die Idee, ein Kindertheater zu gründen hatten Corinna Steinke und Ludwig Holzer vom Mundarttheater Stuttgarter Komödle schon seit längerem. „In Stuttgart gibt es zwar ein großes Theaterangebot für Kinder, mitspielen können sie aber außer bei Workshops nur beim Jungen Ensemble“, sagt Steinke, die zusammen mit Ludwig Holzer die Eltern von Hänsel und Gretel spielt. Sie ist begeistert davon, mit welcher Freude die Kinder bei der Sache sind.
    Für Regisseur Werner Johst besteht die große Herausforderung darin, den Schauspielern zwischen sieben und 13 Jahren etwas beizubringen, ohne ihnen den Spaß am Theater zu verderben. Er müsse Kritik vorsichtiger formulieren als gegenüber Erwachsenen, erklärt der 79-jährige, der viele Jahre im Naturtheater Reutlingen als Regisseur mit Kindern gearbeitet hat. Mit jedem der Kinder habe er den Text geübt und zum Beispiel ein Mädchen, das viel zu leise war, aufgefordert: „Du kannst doch viel lauter sein - sprich so wie auf dem Schulhof.“ Leiser könnte es seiner Meinung nach hinter der Bühne zugehen - „das permanente Plappern der Kinder ist manchmal kaum zu stoppen!“
Das Kindertheater Stuttgarter Strolche spielt „Hänsel und Gretel“ von den Gebrüdern Grimm in einer neu bearbeiteten Version von Wolfgang Rapp erstmals am Sonntag, 2. November, um 15 Uhr im Theater-Restaurant Friedenau.
Stuttgarter Zeitung vom 27. Oktober 2008